11 Quadratmeter – ein Wohnmobil -3 Menschen – 3 Katzen und….

11 Quadratmeter- ein Wohnmobil – 3 Menschen- 3 Katzen und…

Im Dezember 2018 startete nach einigen vorangegangenen Komplikationen unsere Tour mit dem Wohnmobil durch die EU. Natürlich hatte ich in mir romantische Vorstellungen wie „Die absolute Freiheit“, „Endlich mal die Welt sehen“ oder „Ohne Verpflichtungen harmonisch in den Tag hineinleben“. Wir alle freuten uns darauf.

Neben atemberaubend schöner Natur, lieben Menschen und vielen intensiven schönen und „schrecklichen“ Momenten erfuhren wir vor Allem eins: Die Prägungen und Konditionierungen aller menschlichen Reiseteilnehmer. Auf engstem Raum und ohne Rückzugsmöglichkeiten kam jeder einzelne immer wieder an seine gedachten Grenzen, die jedoch dann keine Grenzen waren, denn obwohl jeder von uns das ein oder andere Mal dachte, er wolle die Reise abbrechen und alleine nach Hause fahren, ging es immer wieder weiter. Viele Tränen wurden vergossen.

Mario hat es in seinem letzten Newsletter in kurzen und absolut treffenden Worten formuliert:

„Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende… Alles (außer DIR) unterliegt dem ständigen Wandel und so endet auch die längste Reise… Wir waren über ein halbes Jahr zu dritt mit drei bzw. vier Katzen und unserem „OM-Nibus“, einem 8m-Alkoven-Wohnmobil, unterwegs durch Europa… u.a. um uns und unser Wirken noch mehr bekannt zu machen, und noch mehr in die Welt zu bringen, dass der „Himmel“ bereits auf Erden ist… und zwar tief in jedem von uns! Seit kurzem sind wir wieder zurück in Berlin – körperlich… der Rest scheint noch unterwegs zu sein. Viel zu intensiv waren die Erfahrungen und Herausforderungen, die unser Leben in den letzten Monaten bestimmt haben. Auf engstem Raum, ohne Rückzugsmöglichkeiten, prallten nicht nur die erlöst und nichtmehr vorhanden-geglaubten Ich-Prägungen und Konditionierungen aufeinander, sondern auch durch unser KatZen-Meister-Rudel und dessen Bedürfnisse war immer wieder mal „dicke Luft“ …und dass nicht nur im Katzenklo unter dem Bett im Wohnmobilheck.  Mehrmals waren wir nicht nur gedanklich auf dem Rückweg, mehrmals wollte einer wutentbrannt oder tränenüberströmt aussteigen und die anderen allein weiterfahren lassen, aber schlussendlich hatte die Bestimmung ihren eigenen Plan und mit jeder Klärung, Versöhnung und jeder reflektierten „Alles-bin-Ich-Innenschau“ änderte sich die Sicht auf die eigene Rolle und die Welt und wir alle kamen zusammen, mit einer Katze mehr, wohlbehalten wieder zurück. Gelebte Weisheit… wir haben sozusagen „live“ – absolut lebendig erfahren, was es bedeutet, dass der „Himmel“ dauerhaft in uns ist, auch wenn im vermeintlichen außen die „Hölle der Ichs“ tobt.  Dazu kamen noch Krankenhaus-&Arzt-Besuche von Mensch und Tier, das Katzen-Rettungs-Drama mit „Mala“, ungeahnte Wind- und Wettersituationen und Probleme mit dem Wohnmobil wie Stromausfall, Kühlschrank defekt, Wassertank defekt, etc. etc. Aber all das kann die nachhaltige Wirkung der ganzen wundervollen Erfahrungen und unzähligen schönen Momente der Reise nicht vermiesen. Mit den Menschen, die wir unterwegs getroffen und liebgewonnen haben und den ganzen wirklich traumhaften Orten, die wir besucht haben, erweiterte sich der illusorisch-menschliche Horizont ins gefühlt Unendliche. Es war ein absolutes Abenteuer der Lebendigkeit, was in dieser Tiefe und Intensität nur möglich war und ist, wenn die Beteiligten schon erfahren haben, wer sie sind, bzw. wer sie nicht sind. Es war eine einzigartige Erfahrung…  purer Luxus (z.B. nicht zu wissen, welcher Wochentag ist) gepaart mit intensivster “Selbsterfahrung“, die ich jedem empfehlen kann, der auf der Suche nach sich ist.
Wenn sich die Gelegenheit bietet: machen! … Raus aus der Komfortzone – sowohl räumlich, als auch gedanklich! „Frei von Raum und Zeit und trotzdem mittendrin“… durch die Angst in die Liebe, die wir essentiell sind. “

Jeder Plan und jede Vorstellung, die ich mir in meinem Kopf so schön zurechtgelegt hatte, ist zerplatzt. Wir erfuhren wieder und wieder absolute Widerstandslosigkeit und Hingabe. Immer wieder ging es hinein in die Tiefen der Gefühlswelten mit Traurigkeit, Wut, Verzweiflung, Freude und Liebe.

Warum ich euch dies mitteile? Um mit einem weiteren Konzept aufzuräumen, dass sich hartnäckig in den (schein)“heiligen“ spirituellen Kreisen aufrecht erhält: Der Idee, nach irgendeinem illusorischen „Was-auch-immer-ihr-es-nennt-Crash“ würde es nie wieder Streit, keinen Schmerz, keine Aufregung, keine Traurigkeit und keine Auseinandersetzungen mehr geben. Streicht diese Idee aus euren Köpfen und gebt selbst dieses Konzept vollständig auf. Beendet die Suche nach dem ewigen Frieden hier auf dieser Welt, gebt jede Hoffnung auf, dass ihr nach einer „Erleuchtung“ plötzlich nur noch in Licht und Liebe durch die Welt schweben werdet. Ich formuliere das sehr bewusst so überspitzt. Denn durch diese Idee in den Köpfen der spirituell suchenden Menschen hält sich ein Verstand weiterhin an etwas fest, dass er unbedingt erreichen möchte. Wie sollte es möglich sein, plötzlich keine Traurigkeit, Wut oder was auch immer zu empfinden? In diesem Spiel des Lebens, dass sich  auch  „nach“ einer „Selbstrealisation“ spielt, wird es immer und immer für jeden das komplette Gefühlsspektrum geben. Bis zum körperlichen Tod wird es so weitergehen. Einzig und allein die persönliche Identifikation mit dieser Rolle fällt weg. Dann geschieht dieses Schauspiel und tief „innen“ ist die absolute Ruhe von Allem, während man nach „außen“ (in diesem Spiel) keinen Unterschied zwischen einem „Erleuchteten“ und einem „Nicht-Erleuchteten“ sieht. Das ist die einzige und absolute Befreiung…die Befreiung von jeglichen Ideen, Vorstellungen und Konzepten und sogar die Befreiung von der Idee „Das-bin-ich“. Es gibt niemanden mehr, der sich mit irgendetwas identifizieren könnte und somit brennt auch die persönliche Betroffenheit vollständig aus. Das ist nicht erkennbar für andere, es geschieht einzig und allein in dir. Deswegen heißt es überall, gehe nach innen, obgleich es kein Innen und kein Außen gibt. Dies ist jedoch für einen Verstand nicht begreifbar und deswegen benötigt er Worte, um einen Ansatz haben zu können.

Kein Wort ist imstande, DAS zu erklären. Ich finde einen Bibelvers ganz passend: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ (Joh.1, 1-3)

Ohne das Wort würde nichts sein und nichts gemacht sein. Wenn alle Worte wegfallen, was bleibt dann übrig? Nur DU…Du als DAS…absolut frei von Allem, ohne dass Freiheit benötigt oder gekannt wird… absolut gefühl- und emotionslos, obwohl alle Gefühle und Emotionen enthalten sind… absolut lieblos obwohl es nur bedingungslose Liebe ist.

Alles ist DAS…. Genauso wie dieser Blog 😉 und die Reise mit dem Wohnmobil und ihre Teilnehmer.

Wenn es also Wut oder Traurigkeit geben soll, dann wird es so geschehen…. Wenn Freude und Liebe geschehen sollen, dann wird es so geschehen….es gibt niemanden, der das in der Hand hätte…. Denn alles geschieht durch DAS… Alles geschieht nur so, wie es geschehen soll…völlig egal ob ein Mind gecrasht ist oder nicht. Und wenn jemand stirbt, gab es keine andere Möglichkeit…niemanden, der etwas hätte anders machen können…. niemanden, der etwas hätte verhindern können… Und das ist es, was diese „Erkenntnis“ zum Wertvollsten macht, dass es gibt… weil sie dir „zeigt“, wer DU wirklich bist… DAS ist die absolute „Erlösung“, „Befreiung“ noch vor dem körperlichen Tod.

In Liebe

Tina

 

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Tina König

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