Ich wünschte, ich käme nach Haus

Reinhard May „Viertel vor sieben“
https://www.youtube.com/watch?v=WK__RyBXFAE

Die ewige Suche nach dem wahren zu Hause!
Wenn es erstmal „Ich bin…“ denkt, ist das elterliche zu Hause, der einzige Ort, um sich vor den Grausamkeiten der Welt zu verstecken… „Durch dunkle Wege der Zuflucht entgegen und glauben können, alles wird gut…“ Eigentlich merkwürdig, da egal, ob es der goldene Käfig war, in dem Probleme ausgeschwiegen und alles oberflächlich harmonisch war, oder, ob die Eltern ihre eigenen emotionalen Unzulänglichkeiten an den Kindern ausgelassen haben, es zieht den Menschen, teilweise noch bis ins hohe Erwachsenenalter, emotional immer wieder zurück zu den bewussten oder unbewussten Peinigern. Ein warmer Kakao oder die Süße der Schokoflocken auf der Zunge gaukelte Harmonie und Geborgenheit vor… die sich doch sooo echt anfühlte aber eigentlich nur „andachte“. Das Spielzeug im eigenen Zimmer wurde mit der vermeintlichen Sorglosigkeit verwechselt und die andauernde Beschäftigung mit irgendwelchen (elektronischen) Geräten zog die Aufmerksamkeit, einem Schwamm gleich, weg von den eigenen Innenwelten. Weg von unendlicher Traurigkeit und ohnmächtiger Wut, die im Verborgenen schlummerte und den Blick auf sich und die Welt so trübte, dass am eigenen „falsch sein“ nicht der leiseste Zweifel mehr blieb. Deswegen ging es auch in „Fleisch und Blut über, sich immer so zu verhalten, dass den Erwartungen aller anderen entsprochen wurde. Es entstand die Gewissheit, so, wenn schon nicht geliebt, dann ein bisschen gemocht oder wenigstens überhaupt gesehen bzw. wahrgenommen zu werden.
So begann schließlich das Leben, so begann das Leid, da hier das „Ich“ geprägt und konditioniert wurde. Aus hilfloser Unwissenheit schlich sich ganz unbemerkt der Gedanke ein, der Körper zu sein, der schließlich einen Verstand hat und erkennen kann, was richtig und falsch ist und, was sich gut oder schlecht anfühlt. Hier fing das Spiel an… das Spiel, das von unendlicher unerklärlicher Sehnsucht getrieben war und ist, wahrhaftig nach Hause zu kommen… Nur hat so ein „Ich“ nicht die leiseste Ahnung, wo denn dieses zu Hause ist, in dem man sich wirklich geborgen und ehrlich geliebt fühlt, für das, was man ist und nicht nur für das, was man kann oder hat…“Für das, was man ist?“ Was bin ich denn? „Was denkst du denn, wer du bist?“ blieb schon im Elternhaus unbeantwortet. Wer bist du? Der Wunsch, nach Hause zu kommen, löst sich erst im Ganzen auf, wenn erkannt wird, dass das wirkliche zu Hause kein Ort, nicht das menschliche, weltliche Elternhaus oder die spätere eigene Wohnung mit Partnern und Kindern ist, sondern Du selbst… deine Essenz. Das, was du jenseits deines Denkens bist.
Die Essenz, die sich offenbart, wenn die Aufmerksamkeit von außen nach innen wechselt und in den unendlichen inneren Weiten mit dem AllEinen verschmilzt. Das Sein, was niemals nicht sein kann. Das zu Hause, was nicht verlassen werden kann. Das, was völlig unberührt von allem weltlichen unwahrnehmbar immer die Basis jeder Wahrnehmung und per se Frieden, Harmonie und Liebe ist…

Es ist immer „Viertel vor sieben“ 🙏

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Mario Hirt

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