Pferde mit „Menschenproblemen“

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Pferde mit „Menschenproblemen“

Viel zu oft hört man den Begriff „Problempferde“. Diese einseitige Formulierung sorgt leider oft dafür, dass Pferdebesitzer glauben, das Pferd hätte ein Problem mit sich selbst/ in sich selbst. Dabei sind es eher die Pferde, die Menschenprobleme haben. Das Pferd von sich aus, aus seiner Natur heraus hat kein Problem. Würde es wild in seiner Herde aufwachsen, würde es klare Herdenstrukturen kennenlernen, nur mit Lebewesen zu tun haben, deren „Sprache“ sie auch sprechen und verstehen und niemanden um sich rum, der sie mit Erwartungen und Ansprüchen an bestimmte Verhaltensweisen oder Fähigkeiten überhäufen würde. Eine Pferdeherde hat klare Strukturen und auch wenn sich eine Rangordnung einmal verändert, weiß das davon betroffene Pferde sofort, womit es zu tun hat. Untereinander gibt es keine „schwammigen“ Verhaltensweisen, die heute so und Morgen wieder anders funktionieren. Nur der Einfluss und Anspruch des Menschen sorgt in vielen Pferden für eine missverständliche Kommunikation. Wozu Menschen häufig neigen ist, dass eine bestimmte Verhaltensweise an einem Tag nicht erlaubt war und am nächsten dann wieder geduldet wurde, so nach dem Motto: „Ach heute darf er/sie das mal, weil er/sie so toll mitgearbeitet haben.“ Und schon fehlt dem Pferd die nötige Klarheit und Sicherheit im Umgang mit dem Menschen. Ein weiteres Beispiel ist die Projektion von eigener Traurigkeit, eigenen Aggressionen und der eigenen Angst. Das passiert, würde ich sagen, jedem während seiner „Pferdelaufbahn“. Wenn das Pferd nicht das gewünschte Verhalten zeigt, wird ihm entweder Trotz, Aggression, Langeweile, Depression oder Übermut usw. unterstellt. Natürlich können Pferde bei dauernder schlechter Behandlung auch aggressives, depressives Verhalten zeigen. Diese Gemütszustände werden den Pferden aber auch oft unterstellt, nur weil der dazugehörige Mensch seinen eigenen inneren Gefühlszustand nicht erkannt hat und dieser sich auf das Pferd übertragen hat. Da ist „Klein Paul“ plötzlich widerspenstig, ohne erkannt zu haben, dass man selbst an diesem Tag vielleicht gar keine Lust auf die Arbeit mit dem Pferd hatte.

Dann gibt es noch diejenigen, die ihre Pferde stets und ständig ungerecht behandeln, immerzu strafen und aus heiterem Himmel aggressiv werden. Es ist doch klar, dass sie entweder ein verängstigtes, in sich gekehrtes oder extrem aggressives Pferd „erschaffen“. Zusätzlich dazu gibt es die extrem ängstlichen Menschen, die entweder ein ebenso ängstliches Pferd bekommen oder eines, dass dann die Rolle des „Beschützers“ übernimmt, da ihm sein Mensch keine Sicherheit geben kann.

Nicht zu vergessen, die Menschen, die ihre Pferde vermenschlichen müssen. „Klein Paul“ braucht mehr Futter, sagen öfter mal Besitzer, die vielleicht selbst etwas „mehr auf den Rippen haben“ oder „Guck mal, er ist heute ganz traurig“, nur weil „Klein Paul“ mit gesenktem Kopf in der Ecke steht und döst, dabei ist der Mensch gerade selber traurig. Die Liste lässt sich beinahe unendlich fortsetzen.

Grundlage bei allen Beispielen ist die „Mensch-Pferd-Beziehung“.

In meinen Seminaren, Einzeltreffen und Coachings helfe ich dem Pferd, seine „menschlichen Probleme“ zu lösen, indem ich dem Menschen helfe, sein Innenleben zu ergründen. Ich helfe dem Menschen, sich selbst zu helfen und führe so das Team wieder zusammen.

Natürlich ist in den meisten Fällen eine Kooperation mit Tierärzten, Pferde- und „Menschen“-Osteopathen, Hufschmieden, Heilpraktikern, Sattlern u.v.m. nötig, um eine ganzheitliche Lösung zu bekommen. Diesem werden wir gemeinsam auf den Grund gehen.

Ich bin keine Verfechterin eines einzelnen Konzeptes, welches dann nach Schema F aufgebaut wird und so zu funktionieren hat. Jedes „Pferde-Mensch-Team“ hat seine eigene Beziehungsdynamik, seine eigene Vergangenheit und seine eigenen Prägungen. Meine Stärke, die sich im Laufe der 35 Jahre, die ich mit Pferden lebe und arbeite bestätigt hat, ist es, mich in jedes Team neu einfühlen zu können und jeden so zu nehmen, wie er ist, ohne Vorurteile. Nach vielen Jahren bin ich nun ein Verfechter der „Langsamkeit“ geworden. Wer also zu mir kommt und eine schnelle Lösung unter Zeitdruck sucht, ist bei mir nicht an der richtigen Stelle. Natürlich gibt es vereinzelt auch einfache und schnelle Lösungswege/-ansätze. In den meisten Fällen benötigt ein jahrelanges verinnerlichtes „Problem“ länger als es für die Entstehung benötigte.

„Nur, was von Herzen kommt, wird auch zu Herzen gehen“

Das ist mein Leitsatz und so werden wir uns begegnen, wenn ihr wirklich etwas verändern wollt.

• Hilfe bei Pferden mit Menschenproblemen (lässt ihr Pferd sich nicht führen, putzen, satteln, trensen, reiten, verladen u.v.m.?) Wir machen gemeinsam und in Ruhe eine „Fehleranalyse“ und besprechen dann, welche Wünsche und Ziele ihr habt, um dann einen Weg zu finden (der immer wieder variieren kann), bei dem sich das Pferde- Mensch- Team gesehen und begleitet fühlt.
• Ihr lernt, die Sprache des Pferdes neu zu verstehen
• Wir analysieren die Kommunikationsprobleme und kommen ihren Ursprüngen auf die Schliche
• Lassen das Pferd, Pferd sein und besinnen uns auf die eigenen Projektionen und Erwartungen
• Stellen das Reiten erst einmal hinten an und legen den Fokus auf eine tiefe auf Respekt beruhende Verbindung
• Pferd und Mensch zu einer Einheit zusammenzufügen, das ist mein Ziel

„Wenn der Mensch je eine große Eroberung gemacht hat, so ist die, dass er das Pferd zum Freunde gewonnen hat.“ (Conte de Buffon)