Rollenspiele

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Rollenspiele

Ich bekam bei Facebook auf ein Posting (siehe Foto) eine  Frage gestellt:

„Wie ist es mit dem Körper, z.Bsp. durch Traumata verursachte Symptome?“

Ich beziehe mich in diesem Blog auch  auf den Text von Krishnamurti, da die Frage durch diesen Text entstanden ist.

In dem (illusorischen) Moment der „Selbstrealisation“, „Selbsterkenntnis“ wird „gesehen“, dass es nie ein Selbst gegeben hat, dass es zu erkennen gab. Jegliche Vor-stellung von einer „Selbsterkenntnis“, „Erleuchtung“ oder wie auch immer man es nennen mag, zerfällt zu Staub, denn derjenige, der dachte, er „könnte erleuchtet werden“, verbrennt vollkommen und somit seine „vorher“ noch geglaubte (illusorische) Existenz. Und auch, wenn ich hier von einem „Moment“ schreibe, in dem Selbstrealisation geschah, so sind auch dies nur Worte, denn tatsächlich findet (oder fand) nie irgendetwas statt.  Niemals passiert irgendetwas. Noch niemals ist irgendjemand morgens aufgestanden. Noch nie haben sich zwei Menschen ineinander verliebt. Niemals hat eine Frau ein Kind zur Welt gebracht oder ein Mensch sein Leben verloren oder, oder, oder.

Hinzu kommt, dass es lediglich den (äußeren) Anschein macht , als würde in einem Moment der Desillusionierung die persönliche Existenz verschwinden, „in Wahrheit“ hat es sie nie gegeben. Auch den Moment als solches hat es nie gegeben und wird es nie geben. Für niemanden auf dieser Welt. Wir müssen Worte nutzen, um miteinander kommunizieren zu können. Also erzählen wir von Desillusionierung oder was auch immer. Jedoch ist da nichts, was es zu erfahren oder zu erreichen gibt. Es sind alles nur Fingerzeige.  

U.G. Krishnamurti spricht in seinem Text davon:„Wenn sie zum ersten Mal sehen und wahrnehmen…“, andere nennen es Selbsterkenntnis und wieder andere Desillusionierung. Dies sind alles Worte, die versuchen das Unbeschreibbare zu beschreiben und keine dieser Beschreibungen kann es jemals wirklich treffen. Allerdings hört sich jede einzelne Beschreibung so an, als müsste es einen bestimmten Moment geben, in dem etwas passiert ist oder passieren wird. Wenn du „zum ersten Mal siehst“, geschieht Wahrnehmung nur noch „außerhalb“ der Zeit, „außerhalb“ eines Geschehens und alles geschieht nach außen hin nur noch scheinbar. Tatsächlich gibt es nicht einmal mehr eine Wahrnehmung außerhalb oder innerhalb von „etwas“, denn jegliche Trennung ist aufgehoben, bzw. hat es nie gegeben.

Nun zu deiner Frage. Ich muss dich enttäuschen und dir mitteilen, dass diese Frage sich nicht stellt. Denn wer hätte ein solches Trauma bekommen können? Wenn es die Existenz einer Person nie gegeben hat und auch nie geben wird, wer hat dann ein Trauma? Wessen, bzw. welche traumatisierte Psyche müsste geheilt werden? Welche Seele wurde geschädigt oder könnte wiedergeboren werden? Welcher „Mensch“ kann irgendeinen Weg gehen oder „vom rechten Weg“ abkommen?

Seele, Psyche, Traumata, Geist, psychische Krankheiten…Das sind alles erlernte Konzepte eines konditionierten „Ichs“, dass an seiner illusorischen Existenz festhält. 

Natürlich geschehen weiterhin illusorische Erfahrungen, Schmerzen, Verluste und auch vermeintliche Traumata usw. Dies sind alles Rollen, die gespielt werden. Und innerhalb dieser Rollen gibt es auch Reaktionen des Körpers auf bestimmte Erlebnisse. Dies können Gefühle bis hin zu starken körperlichen Schmerzen sein. Diese Ereignisse werden dann widerstandslos angenommen und in ihrer gesamten Bandbreite gefühlt. Wenn eine solche (illusorische) Erfahrung sein soll, dann ist es eben so. Niemand kann das kontrollieren und niemand hat die Möglichkeit, irgendetwas zu verändern. Ob du Morgen aufstehst und deine „Lebensrolle“ weiterspielen darfst, das weißt du nicht. Und du hast auch nicht unter Kontrolle, ob dein Herz die ganze Nacht weiter schlagen wird. Das geschieht einfach, ohne dein Zutun. Wenn die persönliche Identifikation mit den Gedanken, Geschehnissen und Gefühlen weg fällt, dann reagiert der Körper „aus sich selbst heraus“ und es gibt keinen persönlichen Bezug mehr zu dieser Situation. Jedes Gefühl ist einfach da, genauso wie jeder Schmerz. Denn es bist nicht Du, der leidet oder Schmerzen erfährt. DU, das was du in Wahrheit bist, ist absolut unberührt von allem. 

Jede illusorische Rolle wird weitergespielt. Und es „spielt auch keine Rolle“, ob sie auf der Suche nach „Erleuchtung“ oder „Desillusionierung“ ist oder nicht. Sie tut einfach das, was sie tun muss und nicht, was ein illusorisches „Ich“ denkt, kontrollieren zu können.

Leben entfaltet sich wie es will/wie es soll und ist perfekt, so wie es ist. Es ist keine Heilung, keine Selbsterkenntnis und keine Veränderung nötig. Jedoch wenn dies die Rolle ist, die gespielt wird, dann hat es genau so zu sein. Es gibt keine andere Möglichkeit und nie hat irgendjemand eine andere Wahl.

Wenn jemand zu unseren Satsangs kommt, wird er nicht erleben, dass in „seiner“ Geschichte herumgerührt und herumanalysiert wird. Satsang heißt übersetzt „Zusammensein in Wahrheit“ und nur darum wird es gehen. Jede Rolle, jede Geschichte ist nicht die Wahrheit und nicht das, was DU bist.

Wir sind zusammen in Wahrheit und wenn es sein soll, wirst auch du (die Rolle) am Ende des Satsangs „am Ende deiner persönlichen Existenz sein“. 

Dann siehst du klar. 😊

Eure Tina

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Tina König

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